Beatles und Bibel – ein Gottesdienst über Fragen des Lebens
„Glauben wir jetzt etwa an die Beatles?“ Mit einem Augenzwinkern begann am 26. September in der Kirche in Altweidelbach ein ganz besonderer Gottesdienst. Die Antwort war natürlich: Nein. Aber die Lieder der Beatles erzählen von Erfahrungen, die Menschen auch in der Bibel und im eigenen Leben begegnen: von Sorgen und Krisen, von Freundschaft und Unterstützung, von Hoffnung, Neuanfang und dem eigenen Lebensweg.
Gemeinsam mit dem Musik- und Vorbereitungsteam (Elena und Michael Gutenberger, Gabi und Achim Kühn, Elke und Jochem Prämaßing, Alexandra Wust und Achim Kunz) wurde gesungen, zugehört und über die Geschichten hinter den Liedern nachgedacht. Die Songs „Help“, „Yesterday“, „Here Comes the Sun“, „Let It Be“, „The Long and Winding Road“, „With a Little Help from My Friends“ und zum Abschluss „Hey Jude“ machten den Gottesdienst zu einer musikalischen Reise durch ganz unterschiedliche Lebenssituationen.
Besonders deutlich wurde die Verbindung zwischen Beatles und Bibel bei den Lesungen. Auf die Geschichte einer langen Nacht im Leben von Jakob, der mit Gott ringt und schließlich erlebt: „Da ging ihm die Sonne auf“, folgte „Here Comes the Sun“. Das Lied „Let It Be“ wurde mit dem Gleichnis von der selbstwachsenden Saat aus dem Markusevangelium verbunden. Und „The Long and Winding Road“ führte zu Gedanken über die eigenen Lebenswege. Pfarrerin Jessica Brückner teilte persönliche Erfahrungen von einem langen und dunkel überschatteten Wegabschnitt und erinnerte daran, dass kein Mensch allein unterwegs ist. Auch die persönlichen Sorgen der Anwesenden fanden ihren Platz. Nach dem Lied „Help“ konnten sie auf Zettel schreiben, wofür sie Hilfe brauchen. Wer wollte, konnte den Zettel mit dem eigenen Anliegen abgeben, und es wurde später in die Fürbitten aufgenommen.
Die Kollekte war für den Frauennotruf Rhein-Hunsrück bestimmt, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert, und für die Reparatur der Orgel in Altweidelbach.
Dass das Konzept aufgegangen ist, zeigten der kräftige Gesang, die besondere Atmosphäre und die begeisterten Rückmeldungen: „So ein schöner Gottesdienst, es hat mir Freude gemacht, mit euch zu singen“, „Texte und Lieder haben super zusammengepasst“ und „Es war toll, die Hintergründe zu den Liedern zu erfahren.“ Und gleich mehrfach kam der Wunsch: „Das müsst ihr unbedingt wiederholen.“
Vielleicht liegt darin die besondere Stärke dieses Abends: Bekannte Lieder bekommen im Zusammenspiel mit biblischen Geschichten und persönlichen Lebensfragen eine neue Bedeutung. Und Kirche wird zu einem Ort, an dem Menschen mit dem, was sie bewegt, gemeinsam unterwegs sein können. Mit ein bisschen Hilfe von Gott – und von Freundinnen und Freunden.
